Es ist einer dieser ungemütlichen Novemberabende, als ich durch Regen und Schnee die von Kerzen in unheimliches Licht getauchte Hauptstraße entlang streife. Das schlechte Wetter behindert meine Sicht, nur wenige Meter erhellen die Kerzen in den Fenstern die Straße. Aus der Ferne dringt eintöniges Gemurmel an mein Ohr. Noch ist kein Mensch zu sehen, doch die Stimmen werden immer deutlicher. Unaufhaltsam kommen Sie näher. Ich halte an meinem Weg fest, gehe weiter die Straße entlang. Meine Schritte hallen zwischen den Hauswänden, die die Straße zu beiden Seiten als unüberwindbare Hindernisse abgrenzen. Immer näher kommen Sie mir, mittlerweile kann ich ihre Worte bereits deutlich verstehen, als auch die ersten Kerzen bereits unheilvoll flackernd zu sehen sind und sich ihre Konturen aus dem Nebel lösen. Immer mehr Gestalten lösen sich aus der undurchdringlichen Nebelwand und kommen wie in Trance auf mich zu, ich kann bereits sehen, wie sich der Schein ihrer Kerzen auf dem nassen Kopfsteinpflaster spiegelt. Instinktiv bewege ich mich zum Rand der Straße, weg von den Kerzen, hinein in den Schatten, der sich schützend über mich legt und mir die Gelegenheit bietet, in einer Seitengasse gänzlich in der Dunkelheit zu verschwinden. Sicherheitshalber drehe ich mich noch einmal um, werfe einen letzten Blick zurück und sehe sie, wie sie weiter die Hauptstraße entlangziehen, mich nicht bemerkt haben und nur weiterhin murmelnd ihre Kerzen vor sich hertragen. Ein kurzes Lächeln huscht über meine Lippen, als ich ihnen aus sicherer Entfernung aus meiner behaglichen Dunkelheit heraus zusehe, in ihrer Totensonntagsprozession… ne, ne, diese Katholiken, die sind schon manchmal drauf… Freaks…
Totensonntag
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26. November, 2007, 23:56 Uhr
ICH bin Katholik, und als ich die von weitem gehört hab, dacht ich an ne Verkündung der Zeugen Jehovas. Oder der CSU…..